Aspartam - Ein Süßstoff schlägt zu

Schlank und gesund. So lautet das Kredo für Zuckerersatz. Deshalb erfreuen sich künstliche Süßstoffe als Zuckerersatz seit dem vergangenen Jahrhundert großer Beliebtheit. Der moderne und körperbewusste Mensch greift täglich auf die günstigeren Zuckerersatzstoffe wie Acsulfam (E 950), Aspartam (E 951) und Saccharin (E 954) zurück. Diese Süßstoffe sind in Supermärkten direkt als Pulver, Flüssigsüßstoff oder als kleine Tabletten erhältlich oder sie befinden sich indirekt in Diät-Lebensmitteln, Kaugummis und Softdrinks wie Cola light.

Mit enormer Süßkraft (ca. 200 mal stärker als Zucker) versüßen sie Lebensmittel ohne die lästigen Nebenwirkungen von Zucker wie Karies, Gewichtszunahme und/ oder Diabetes. Doch wie gesund sind diese Stoffe tatsächlich?

Zwar schätzt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) diese Süßstoffe als unbedenklich ein. Doch besonders der Zusatzstoff Aspartam ist in den vergangenen Jahren stark in die Kritik von Lebensmittelforschern und Verbraucherschützern geraten.

Aspartam ein Nervengift?

Aspartam kann wie Glutamat in die Steuerungsmechanismen im Gehirn eingreifen. Bedenklich ist die Langzeitwirkung daher vor allem für Kinder. Regelmäßiger Konsum von Getränken, die Aspartam enthalten, kann die neuronale Entwicklung junger Menschen negativ beeinflussen. Probanden stellten auch bei Einnahme von Aspartam das sogenannte >>China-Restaurant-Syndrom<< fest.  Kurz nach Konsum der Substanz kam es zu akuten Störungen, Kopfschmerzen, Schwindel und vorrübergehendem Gedächtnisschwund. Besonders bedenklich sei Aspartam bei schwangeren Frauen. Regelmäßiger Konsum könne das Gehirn des ungeborenen Kindes schädigen. (Roberts, 1997)

Risiken für Schwangere und Kinder

Aspartam enthält die schädlichen Stoffe Asparat und Phenylalanin. Asparat ist ein Botenstoff, der im Körper natürlich vorkommt.  Durch übermäßigen Konsum z.B. durch Light-Getränke könne er den Gehirnzellen schaden. Asparat mache die Blut-Hirn-Schranke außerdem durchlässig für Stoffe wie Aluminium und undurchlässig für Glukose und könne daher die Gedächtnisleistung stark beeinträchtigen und in schlimmen Fällen Krankheiten wie Alzheimer auslösen.

Bei Schwangeren Frauen könne sich das Phenylalanin in der Plazenta und im Gehirn des Ungeborenen um ein Vielfaches anreichern. Da Risiko für geistige Störungen erhöhe sich dadurch. (Roberts, 1997)

Menschen mit einer Krankheit namens Phenylketonurie (PKU) können die Substanz nicht angemessen abbauen. Ursache sei ein Gendefekt. Zu hohe Konzentrationen im Gehirn können vor allem bei Ungeborenen und jungen Menschen mit PKU zu schweren körperlichen und geistigen Entwicklungsverzögerungen führen, so genanntem Phenylbrenztraubensäure-Schwachsinn. (Azoubel, 2007)

Krebsrisiko durch Aspartam

Die italienischen Ramazzini-Studien (2005) haben in mehrfachen Versuchen das erhöhte Krebsrisiko von Aspartam nachgewiesen. Die Industrie weißt die Vorwürfe entschieden zurück. Im Dezember 2013 veröffentlichte „die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit“ (EFSA) ihre erste vollständige Risikobewertung zu Aspartam. Das Gutachten gelangte zu dem Schluss, dass der Süßstoff und seine Abbauprodukte für die allgemeine Bevölkerung (einschließlich Säuglingen, Kindern und Schwangeren) unbedenklich sei.
Verbraucherschützer sehen in dieser Bewertung des EFSA personelle Verflechtungen mit der Industrie.  Viele Mitglieder der EFSA-Gremien, die den Süßstoff für unbedenklich hielten, stehen in den Diensten des Lobbyverbands „International Life Sience Institute“ (ILSI).

Alternative Süßstoffe

Eine gesunde alternative zu den synthetischen Süßstoffen sind Zuckeralkohole wie Xylit oder Erythrit. Hier heißt das Kredo SCHLAU, schlank und gesund. Zwar sind die gesunden Süßstoffe kostspieliger als Aspartam und Saccharin, die geistige Fitness zu erhalten sollte einem diese Mehrinvestition jedoch wert sein. Zuckeralkohole kommen im Körper natürlicherweise vor und können optimal verwertet und abgebaut werden.

 

Quellen

Reinaldo Azoubel u.a.: Effects of aspartame on maternal-fetal an placental weights, length of umbilical cord and fetal liver: a kariometric experimental study: http://www.scielo.cl/pdf/ijmorphol/v25n3/art12.pdf (Abgerufen am 03.07.2016)

Hans-Ulrich Grimm: Was treibt ILSI mit EFSA? Die Europäische Lebensmittelbehörde gerät wegen Industrielastigkeit und Verharmlosung von Risiken unter Beschuss:

https://www.greenpeace-magazin.de/was-treibt-ilsi-mit-efsa (Abgerufen am 03.07.2016)

Hans-Ulrich Grimm: Die Ernährungslüge. Wie uns die Lebensmittelindustrie um den Verstand bringt. München 2011: 87-116.

Unhee Lim u.a.: Consumption of aspartame-containing beverages and incidence of hematopoietic and brain malignancies In: Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention. 15, 2006: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16985027?dopt=Abstract (Abgerufen am 03.07.2016)

Volker Mraek http: Acesulfam: Unbehelligt durch Klo, Kanal und Kläranlage. Artikel von 2011 beim Deutschlandfunkt:

//www.deutschlandfunk.de/acesulfam-unbehelligt-durch-klo-kanal-und-klaeranlage.676.de.html?dram:article_id=28774

Aspartam, Duftstoffe, Aromastoffe, Acrylamid: toxisch oder gesund?

Vortrag von Dr. Hermann Kruse von 04.03.2013: https://www.youtube.com/watch?v=0zw3bA-wPow

John W. Olney u.a.: Increasing brain tumor rates: is there a link to aspartame? In: Journal of Neuropathology & Experimental Neurology, 55, 1996, S. 1115–1123: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8939194?dopt=Abstract

 

 

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