Wunder des Waldes - Warum wir öfter einen Spaziergang durch den Wald machen sollten

Das satte Grün, das Zwitschern der Vögel, die frische, duftende Luft oder die erholsame natürliche Stille – klar wissen wir, dass uns das gut tut. Zusätzlich dazu sind in den letzten Jahren weitreichende Erkenntnisse geliefert worden, die belegen, welche besonderen Effekte ein Waldspaziergang auf unseren Körper, unseren Geist und unsere Psyche hat. Wir haben einige für Euch zusammengefasst.

Immun-Boost und Krebsvorbeugung
Ein bedeutender Teil unseres Immunsystems besteht aus Killerzellen, die sämtliche Krankheitserreger und unter anderem auch Krebszellen bekämpfen können. In diesem Zusammenhang haben japanische Forscher untersucht, ob ein ausgedehnter Spaziergang durch den Wald diese Zellen aktivieren kann. Sie nahmen einer Gruppe Probanden zu Beginn der Untersuchungen Blut ab und schickten sie im Anschluss für zwei Tage auf eine Expedition. Die gesamten 48 Stunden verbrachten die Teilnehmer im Wald – geschlafen wurde in einem Waldhotel. Die anschließende, erneute Untersuchung des Blutes ergab einen bemerkenswerten Anstieg der Killerzellen sowie der Killerzellen-Aktivität, was sogar noch knapp weitere vier Wochen anhielt. Es müssen nicht immer zwei oder drei ganze Tage sein, sondern schon ein eintägiger Waldausflug kann die Aktivität unserer Killerzellen erhöhen. Versucht man täglich bzw. mehrmals die Woche einen längeren Waldspaziergang einzubauen, kann unser Immunsystem deutlich davon profitieren und seine Aktivität steigern.

Walddüfte lassen Stress vergessen
Gerüche und Düfte haben einen starken Einfluss auf unsere Emotionen und unsere Gesundheit. Forscher vermuten, das Gerüche sehr eng mit dem emotionalen Zentrum unseres Gehirns verbunden sind sowie auch bestimmte Gerüche bestimmte Emotionen und Gefühlslagen hervorrufen können. Die Teilnehmer der japanischen Forschung berichteten selbst, dass sie an den Tagen im Wald deutlich weniger gestresst waren als an Tagen, die sie in der Stadt verbrachten. Als Folge dessen erläuterten die Wissenschaftler, dass Kiefern-, Tannen-, Zeder- und Zypressenbäume die Phytonzide Alpha-Pinen und Beta-Pinen enthalten, die die ätherischen Öle vieler Pflanzen und Bäume ausmachen. Untersuchungen ergaben, dass diese Öle mit einer Senkung des Cortisol-Stresshormonspiegels in Zusammenhang gebracht werden können. Das reduzierte Stresslevel und die Zeit an der frischen Luft sorgen zudem dafür, dass wir deutlich besser und tiefer schlafen können.

Depressive Stimmungen lösen
Forscher in London haben wiederum herausgefunden, dass Menschen, die in der Nähe von Bäumen oder eines Parks leben, eine deutlich bessere mentale Gesundheit haben. Laut den Untersuchungsergebnissen reichen sogar einige Straßenbäume bereits aus, um das Ergebnis positiv zu beeinflussen. Ein weiterer interessanter Fakt: es wurde festgestellt, dass in Gegenden mit vielen Bäumen und Wäldern deutlich weniger Antidepressiva verschrieben werden als zum Beispiel in Großstädten oder Gemeinden mit einer geringeren Menge an (Wald-)Bäumen. Die Tatsache, in der Nähe von Bäumen zu leben und zu sehen wie diese sich während den Jahreszeiten verändern, hilft uns Menschen dabei den städtischen Alltag, der manchmal deprimierend, stressend und laut sein kann, besser zu bewältigen. So lohnt es sich für das nächste Mal definitiv ein Stück weiter aus der Stadt hinauszufahren, anstatt sich mit dem nächstgelegenen Park zufrieden zu geben. 

Fokussiert und aufmerksam arbeiten
Waldspaziergänge oder ein Lauf durch eine begrünte Landschaft unterstützen unser Gehirn in seiner täglichen Arbeit und wirken sich positiv auf das Lernen und die allgemeinen Gehirnfunktionen, wie besonders das Gedächtnis, aus. Wir können sowohl fokussierter und aufmerksamer arbeiten als auch die Gehirnleistung und –Aufnahmefähigkeit verbessern. 

Dieser bekannte Fakt hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren die Zahl an Waldkindergärten in Deutschland stark zugenommen hat. Untersuchungen in diesem Bereich zeigen, dass Kinder, die viel Zeit im Wald und der Natur verbringen besser ausgeprägte kognitive Fähigkeiten besitzen, mehr Geschicklichkeit zeigen und auch Risiken oder Gefahren besser einschätzen können. Ein schöner mitschwingender Effekt an dieser naturnahen Ausbildung von Kindesbeinen an ist, dass die Kinder lernen wie wichtig die Natur und die Wälder sind und ihr somit auch einen hohen Stellenwert zuschreiben. 

Bluthochdruck, Übergewicht und Einsamkeit bekämpfen
Ein weiterer gesundheitlicher Vorteil ist die blutdrucksenkende Wirkung, die Waldspaziergänge mit sich bringen. Japanische Forscher lieferten auch hier das Ergebnis, dass ein zweistündiger Spaziergang ihrer Probanden im Wald den Blutdruck senkte, wohingegen ein zweistündiger Spaziergang durch die Stadt nichts änderte. 

Zusätzlich eignet sich ein ausgiebiger Spaziergang sehr gut für übergewichtige Menschen (mittlerweile fast 30% der Weltbevölkerung), die nicht so leicht mit einem vollen Sportprogramm anfangen können und denen die gesundheitlichen Vorteile der Natur sehr zu Gute kommen können. Anders als andere Workouts oder Fitnesskurse bieten gemeinsame Waldspaziergänge die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen, sich zu unterhalten oder einfach gemeinsam schweigend die Natur zu genießen – mitten in der Natur entsteht selten das Gefühl, einsam zu sein. 

Neben den aufgezählten gesundheitlichen Vorteilen dürfen wir jedoch nicht vergessen, dass eine ganz bewusste Auszeit in der Natur – mitsamt ihren Düften, Geräuschen und faszinierenden Bildern – uns auch mental in einer einzigartigen Art und Weise stärken kann. Diese Kraft und die innere Energie, die wir durch die Zeit in der Natur und besonders auch durch den Fokus auf uns im Gesamtbild der Natur gewinnen können, ist in unseren Augen fast der wichtigste Grund, regelmäßige Waldspaziergänge zu machen!

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